Thursday, March 1, 2018

Sleepless to Seattle

Donnerstag, 1.3.2018, ~10:30 - Simon war so lieb, mich zum Flughafen zu fahren - immer schöner, sich nochmal unterhalten und verabschieden zu können. Von Simon gebracht zu werden, bedeutet allerdings auch, dass man ein großzügiges Zeitpolster hat - was dann durch die Verspätung meines Flugs noch um eine weitere halbe Stunde vergrößert wird. Oh well.
Meine Hoffnung, meinen Rucksack als Handgepäck aufgeben zu können, wird leider nicht Wirklichkeit - 6kg Limit. Ich dachte 10 - die hätte ich vllt noch hinbekommen (waren knapp 11) -, aber das gibt's nur für "Economy Premium". Denn es muss ja heute von allem die Permium Version geben.
Ebenfalls nicht so Premium ist die Schlange, die mich vor der Sicherheitskontrolle zu meinem Gate erwartet. Sie wurmt sich schon um die Ecke in den Gang. Da hilft wohl nur Warten.
Nach etwa zehn Minuten Stehen komme ich mit dem Menschen hinter mir ins Gespräch - ein promovierter Freiburger Chemiker in Harry-Potter-Shirt, der auf dem Weg zu seinen Schwiegereltern in Texas ist, wo ihn Frau und Kleinkind erwarten. Wir wandeln vom Thema Uni ins Thema Promotion, spezifische Forschungsthemen und landen - natürlich - bei Videospielen. Zwischendrin fällt immer wieder die eine oder andere Bemerkung zu seinem Söhnchen, typisch junge Eltern. Sehr süß - später während des Fluges schaut er immer wieder Bilder und Videos von "dem Kleinen" an. Da wir nur drei Reihen auseinander und auf nebeneinander gelegenen Sitznummern gebucht wurden, schaffen wir es, eine Dame mit mir Plätze tauschen zu lassen, sodass wir nebeneinander sitzen können. Das Entertainment System ist auch zugriffsbeschränkt - Nicht-Premium-Plebs müssen sich mit zwei Filmen begnügen: Der Legomovie und der zweite Teil vom Hobbit. Beide geschaut, Legomovie ist in der Tat unerwartet cool, Hobbit II ist good fun, aber halt etwas unnötig. Trotz allem ist der 11-stündige Flug aber sehr kurzweilig, ohne dass ich was wegschlafen kann (zu aufgeregt); Chemiker Philipp bleibt ein sehr angenehmer Gesprächspartner, ich lerne ein wenig zum Thema Veganismus dazu - auf Nachfrage übrigens, bevor jetzt irgendwer gleich wieder über militante Welverbesserer mit den Augen rollen möchte -, höre von seinen seltsamen russischen Mitarbeitern und erzähle ein paar Dinge aus meinem eigenen Dasein. Bei der Landung grinse ich wie ein Vollidiot. Gepäckausgabe, dann verabschieden wir uns. Schon krass, wie gut man jemanden irgendwie plötzlich kennt, wenn man 20 Stunden non-stop mit ihm verbringt.
Auf dem Weg zur Hochbahn durch die Parkdecks steht mitten auf der Fahrbahn ein imposanter Polizei-Geländewagen. Niemand drin, einfach nur da. Flex. Welcome back to the US of A.


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