Friday, March 2, 2018

Con & Conor

Freitag beginnt mit einem frühen Morgen - die Con geht um 10 Uhr los. 7 Uhr wach - ich habe fast 10 Stunden geschlafen - dann ein wenig Internetting. Zoey geht sich schminken, ich packe ein wenig um und bin froh, die knallgelbe Tragetasche dabeizuhaben, die ich eigentlich nur als Tasche für die Kamera mitgenommen hatte. Zoey kommt zurück; heute ist Steve von Stranger Things dran... ihr Gesicht sieht sehr realistisch verballert aus. Fast ZU realistisch.

Auf dem Weg zum Convention Center kommen wir an den Girl Scouts vorbei - meine Gelegenheit, Girl Scout Cookies zu kaufen: Thin Mints und Tagalongs. Letztere sind nicht soooo meins, ich schätze Erdnussbutter glaube ich einfach nicht genug ;)

Einige Minuten später kommen wir beim Convention Center an. Das Gebäude selbst ist bereits a sight to behold. Draußen werden Schlüssel-, bzw. Tagespassketten von Dark Horse verteilt, drinnen holen wir uns erstmal ein Sandwich und gehen dann hoch zu den Hallen. First stop: Ausstellungshallen. Da gab es eindeutig zu viel, um davon sinnvoll erzählen zu können - Künstler verschiedenster facon, Verlage, private Sammler und Verkäufer, etc; und natürlich COSPLAY.



Bei Dark Horse erkundige ich mich nach dem Origin Comic zu CR, den es hier die ganze Con lang geben soll. Da die Auflage aus Gründen auf 1000 begrenzt wurde, sind sie für den Tag bereits ausverkauft, als ich frage. Zoey wird am Samstag netterweise erneut an meiner Stelle dort auflaufen und dieselbe Antwort bekommen. I tried.
Nach ein paar Stunden ist es dann so weit: Es wird Zeit für das Panel von Travis und Laura, das wir uns gemeinsam ansehen wollen, genauso wie das von Felicia Day direkt danach. Leider ist Zoey zu diesem Zeitpunkt verständlicherweise ein wenig abgelenkt und schlecht gelaunt, weil sich die Freundin, mit der sie eigentlich aus SF hier ist, bereits den ganzen Tag nicht wirklich bei ihr meldet, sondern mit anderen Freunden abhängt. Das führt dann auch dazu, dass sie während des Felicia Day Panels geht, um sie zu suchen. Macht aber nichts - ich höre mir das Interview noch so lange an, wie es interessant ist und gehe dann schließlich, um mich noch einmal in den Ausstellungs-bereich zurückzukehren und in Ruhe etwas zu kaufen, und mich schließlich noch ein wenig auf dem Artist Floor umzusehen, der ein Stockwerk höher liegt. Lange bleibe ich nicht, da sich nach einer Viertelstunde durch meine Müdigkeit und die Länge des Aufenthalts eine leichte Agoraphobie bei mir einstellt und das Herzrasen den Spaß dann doch sehr vermindert. Sechs Stunden Con sind dann ja auch mal genug. Auf dem Rückweg scoute ich noch nach dem Autoverleih, bei dem ich das Auto nach Portland abholen werde und verlege meine Abreise einen Tag vor. Dann ab ins Hostel.

Als ich mir in der Küche eine Fertigsuppe machen will und partout keinen Wasserkocher entdecken kann, bemerkt ein Typ am Waschbecken meine desorientierten Blicke. "Ye need some hot wodah?" fragt er mit australischem Akzent. Freches Grinsen. Here we go. This is a chat up.
Meine komplette Übermüdung lässt mich angesichts des Messers, das er gerade abspült, fast ein Dundee-"That's a knoif" zurückblubbern; ich fange mich gerade noch so, wirke dadurch aber wohl noch mehr neben der Spur. Ich hab auch eigentlich gar keine Lust auf Interaktion jetzt. Nachdem ich mich so aber durch ein paar Phrasen Smalltalk stolpere, gibt er immer noch nicht auf und bietet mir schließlich die Reste der gestampften Kartoffeln an, die er und sein bester Freund zum Abendessen hatten (er hat sie gekocht; normalerweise ist er primär für den Abwasch zuständig. Das merkt man den Kartoffeln an). Ich setze mich zu ihnen an den Tisch. Conor und James - von Conor liebevoll "Gahdie" genannt, aufgrund seines Nachnamens Gardner - sind 23, haben gerade die Uni absolviert und reisen jetzt 3 Monate durch Amerika. Nachdem ich einige Minuten sicher bin, mich demnächst aus der Unterhaltung verabschieden zu wollen, merke ich mit etwas im Magen dann, dass die beiden mir Spaß machen und lasse mich überreden, mit zur "Happy Hour" des Hostels zu gehen. Viel zu trinken gibt's da nicht und um 9 sind die Schotten dicht, aber es reicht, um mich dann auch noch dazu zu motivieren, mit in eine Bar zu kommen. Als klar wird, dass ich viel Zeit im Internet verbringe und Videospiele mag, unterbreitet mir Conor, dass er noch nie ein Mädchen wie mich getroffen hätte. Ich antworte auf diesen Spruch mittlerweile relativ unenthusiastisch, aber mir ist sowieso seit Anfang an klar, wo das hier hinführen soll... und das finde ich zu diesem Zeitpunkt vollkommen ok.

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