Gestern sind wir also nach Meknes gefahren. Der Bahnhof in Fes war ziemlich hübsch, aber ich hab leider keine Fotos gemacht - kann man bestimmt googlen.
In unserem Zugabteil saßen schon zwei deutsche Mädels, mit denen wir uns dann während der 40-minütigen Fahrt unterhalten haben. Die beiden waren fast am Ende ihrer knapp 4-wöchigen Backpacker-Tour durch Marokko - ganz schönes Abenteuer.
| Eingang zum Riad in einem Sackgässchen |
Im Sommer muss es hier nochmal so schön sein, es gibt eine Dachterrasse (auf zwei Stockwerke verteilt) und eine Gaube, durch die das Licht vom Dach durchs ganze Haus scheint. Insgesamt wirkt alles hier mehr wie "wohlhabendes Eigenheim" und weniger wie "sommerliche Hofresidenz" wie in Fes. Und das Internet funktioniert hier! Nur leider kann man weder Mails verschicken, noch sich am Computer in Skype einloggen. Am Handy geht letzteres... (?)
| oberstes Level der Dachterrasse |
| großes Tor am Place El Hedim |
Weiter in die Ecke wären wir noch zur Cité Imperiale, der Königsstadt, gekommen, aber da fehlte etwas die Motivation. Und dann haben wir erheblich entspannter geschlafen als in den vorigen beiden Nächten.
Heute gabs wieder ein leckeres marokkanisches Frühstück...
...und dann haben wir uns auf den Weg nach Volubilis gemacht, einer Stadt aus den letzten Zügen des Römischen Zeitalters, die etwa 30 Kilometer außerhalb Meknes' liegt. Da außerhalb der Städte die billigen Petit Taxi keine staatliche Fahrerlaubnis haben, mussten wir hier wieder ein teureres Grand Taxi nehmen - eine uralte Klapperkiste, in der die Vordersitze mit einem Sitzgurt aufrecht gehalten werden, die Türenverkleidungen und Sitze gut sichtbare Löcher und Risse haben und die "Griffe" zum Zuziehen der Türen aus zwei angeschraubten Holzklötzchen und weiteren umfunktionierten Sitzgurten bestehen. Nur die tatsächlichen Sitzgurte sind wie immer nicht in Gebrauch. Die ganze Fahrt (hin und zurück) kostet uns insgesamt 300 DH.
Uns werden vom Fahrer 2 Stunden Zeit zur Besichtigung von Volubilis gegeben, die wir aber nicht brauchen. Gut möglich, dass das ein wenig daran liegt, dass wir im Regenwetter nicht unbedingt Lust auf einen halben Tag zwischen nassen (k)alten Steinen bekommen. Trotzdem ist auch diese Ruinenstadt einen Besuch wert. Unterwegs begegnen wir einer Grundschulgruppe, der wir m Vortag schon diverse Male in Meknes über den Weg gelaufen sind. Einer der Lehrer erkennt uns ebenfalls zum vierten Mal wieder.
Im Anschluss haben wir noch die Gelegenheit, eine Stunde lang die Pilgerstadt Moulay Idriss zu besichtigen, die nahe bei den Ruinen liegt. Die Stadt selbst wirkt recht abgerissen und riecht im Regen ziemlich gewöhnungsbedürftig (die allgegenwärtigen marokkanischen Packesel und -mulis sind diesbezüglich nicht zu leugnen), aber sie war der Sitz des Königs, der Meknes erbauen ließ und beherrbergt eine wichtige Pilgermoschee. Diese dürfen wir als Nicht-Muslime wie üblich nicht betreten, aber es soll wohl einen guten Blick von oben geben. Leider latschen uns wieder mehrer "faux guides" in den Weg und behaupten uns zu führen, um dann bei klar ausgedrücktem Desinteresse merklich unhöflicher zu werden. Arden hat dafür gar keine Toleranz mehr, weshalb wir einen ganz anderen Weg suchen. Nachdem wir eine Weile im Regen durch nasse Gassen irren, habe ich dann schließlich auch keine Lust mehr und wir kehren nach einer halben Stunde zu unserem Fahrer zurück, um wieder nach Meknes zu fahren.
Da der Tag einfach nicht schöner werden wollte, haben wir uns seitdem nochmal was zu Essen gesucht und haben ansonsten den Internetanschluss genossen. Die große Moschee und Koranschule von Meknes haben wir jetzt nicht gesehen. Macht aber nichts. Wir haben uns eh bei jeder Suche danach verlaufen.
PS: Inzwischen fällt mir sehr auf, dass das Französisch sich merklich auffrischt, wenn man jeden Tag zumindest manchmal gezwungen ist, es zu benutzen. Wo ich die ersten zwei Tage Probleme hatte, nicht bei einzelnen Vokabeln oder häufigen Bindewörtern ins Russische zu rutschen, hatte ich heute beim Gegentest erheblich mehr Schwierigkeiten. Sehr bestätigendes Gefühl. Und wenn ich nicht nervös einem gewissen Lehrer mit Kartoffelnase gegenübersitze, ist meine Aussprache fast schon "formidable"! :P
No comments:
Post a Comment