So, nachdem ich jetzt ein paar Tage verhindert war, kommt hier der bisherige Statusbericht aus New Orleans.
Die Zugfahrt war dieses Mal sehr angenehm, tagsüber zu fahren ist immer wieder sehr schön und gemütlich, nur nachts schlauchts ziemlich. Ich sehe mit Grauen den sechs Stunden entgegen, die ich im Bahnhof in Charlotte auf meinen Zug nach Raleigh warten werde... von 1 Uhr morgens bis 7 uhr morgens...
Naja. Jetzt erstmal New Orleans :D
Kurz vor der Ankunft hab ich aus einer anderen Unterhaltung herausgehört, dass eine Französin aus Bordeaux ebenfalls zum India House (mein Hostel) wollte, den Weg aber nicht kannte - da hab ich mich gleich mal als Wegbegleitung angeboten.
Außerhalb des Bahnhofs wurden wir dann von einem Typen, den ich eigentlich nur fragen wollte, ob wir auf die richtige Straße rausgegangen sind, erstmal mit allen möglichen Sachen zugeschwallt, die wir dringend unternehmen und sehen und essen und hastenichgesehn müssen - etwas creepy, aber sehr nett. Dann sind wir erstmal 20 Minuten zur Straßenbahn gewatschelt (wär ja auch Schwachsinn die öffentlichen Verkehrsmittel auch nur annähernd nahtlos ineinander übergehen zu lassen) und dann endlich angekommen.
Ich wusste schon beim Buchen, dass das Hostel etwas unkonventioneller sein würde.
Mein erster Eindruck war trotzdem: Scheiße. Am Rand von nem Ghetto, abgerissen, komisch, ungemütlich. Hab mich dann schon etwas wohler gefühlt, als die beiden Deutschen, die auch in meinem Zimmer waren, bezeugten, dass es ihnen am Anfang genauso ging.
Ich muss auch sagen, man gewöhnt sich echt schnell ein. Es hat seinen eigenen Charme, kann man lieben oder hassen, aber was wirklich nett ist, ist die Atmosphäre. Man kommt sich schon fast wie in ner Kommune vor :D Jeden Abend wird gekocht, kann man was von abhaben (muss natürlich bezahlt werden), Frühstück gibts bis ein Uhr mittags (man kennt seine Pappenheimer) und das ganze Haus und der Hof sind schwindelerregend bunt. Vielleicht komm ich morgen mal dazu, Fotos zu machen.
Es ist auf jeden Fall mal was anderes.
Die letzten zwei Abende war ich mit einigen Leuten im French Quarter unterwegs (Bourbon Street ist echt einfach nichts als ein einziger riesiger Puff, kriegt man den Eindruck), vor allem in der Frenchman Street, da gibts wirklich richtig gute Musik.
Ansonsten gibts hier jetzt nicht so viel zu sehen. Es ist wirklich mehr ne atmosphärische Sache. Gestern hab ich mit einer Deutschen ein bisschen das French Quarter abgemetert. Abends waren wir wieder in den Bars unterwegs, unter anderem waren wir in ner Schwulenbar und haben Transen-Striptease gesehn :DD Den Jungs war danach etwas schlecht, ich hab mich gut amüsiert - das war vielleicht schräg xD
Naja, ich könnte jetzt noch mehr von den Leuten erzählen, von dem schrägen Amerikaner, der sich Nacht für Nacht seine Hostelmiete damit verdient, dass er in eben jener Schwulenbar stript oder kellnert, bis er endlich zu seinem Vater weiterreisen kann, von dem absolut nervtötenden australischen Hipster mit machurischen Wurzeln... also auch oder gerade hier trifft man auf einige Charaktere. Eindeutig ein sehr buntes Erlebnis. Heute war ich mit einer Engländerin im Kunstmuseum und hab sonst eigentlich gar nix gemacht. Mal kucken, was morgen ansteht. Sumpftouren gibts, aber die kosten 50 Dollar, dafür bin ich zu geizig :D
Also alles in allem: Ich versteh, was die Leute hierher zieht. Aber ich freu mich trotzdem sehr auf Raleigh :)
Das India Hostel liegt ja schon etwas draußen. Gegenüber ist wohl eine Kirche. Was auffällt ist, dass im Jahre 2012 die Stromversorgung incl. Trafos immer noch an Holzpfählen befestigt ist - gleichzeitig fliegt die NASA auf den Mars, anstatt das Geld in die Infrastruktur zu stecken. Es gammelt an allen Ende, in der Bourbon St. wachsen die Bäume aus den Regenrinnen oder sonstwas...
ReplyDeleteWie ist denn die Luftfeuchte, ist ja i.A. dort unten kaum auszuhalten. Sumpftour wäre nicht schlecht, aber 50 bucks sind zuviel. Kannst du nicht mit einem Bus an die Küste kommen.
Ich hab mal in Google nach Venice LA geschaut. Das liegt am Ende des Deltas. Vielleicht gibt es einen Bus dahin. Ich bin jetzt blockiert, da es in einer 1/2 Stunde auf die Wiesen geht - gsuffa...
Gestern hab ich eine große Radtour um M rum gemacht. Zunächst an der Würm lang, dann zur Regattestrecke, über Garching an die Isar und runter nach M. Jede Menge halligalli im Engl Garten - Chin. Turm! Zudem die ganzen Feiern auf der Ludwigstraße wg 3.Okt.
Ich hoffe, dass du es noch schaffst an die Küste zu kommen.
Grüße
P
P.S.: Venice ist wohl doch etwas weit draußen, ca. 80 Meilen. Da gibt es wohl auch nähere locations: Alligator bend zum Beispiel.
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